Karawane durch die Textwüste Sonntag, Mai 22 2011 

Puoah, das sind aber viele Buchstaben und wenig Bilder hier auf dem Blog! Das wird sich bald ändern, es kommt bald (noch im Laufe der nächsten Woche, vielleicht sogar schon morgen) der dritte Teil meiner dollen Reihe zum Dreißigjährigen Krieg, „Der Krieg aller Kriege III“ und bei Teil IV geht’s dann auch endlich mal um den Krieg – und da wird’s dann auch wieder Bilder zu gucken geben.

Und alle, die sich auf den Stammbaum der englischen Könige freuen, dürfen sich noch eine Weile länger freuen. Denn ich habe eine supertolle Idee für „Englands Könige II“, aber das wird eine Weile dauern. Aber wenn es so wird, wie ich mir das denke, wird das großartig. Aufwändig, aber großartig!

Gold und Grabkronen Freitag, Mai 13 2011 

– Die Speyerer Ausstellung „Die Salier – Macht im Wandel“

Nachdem ich im Oktober die Stauferausstellung in Mannheim so runtergeputzt habe, gibt’s nun ein Beispiel für eine wirklich schöne Ausstellung über eine mittelalterliche Dynastie. Mit weniger Steinen und weniger Papier.

In Speyer, der Salierstadt schlechthin, gibt sich das Historische Museum der Pfalz die Ehre, eine tolle Ausstellung über das Geschlecht der Salier zu machen. Und es ist wirklich schön gemacht.

Fast alles, was man an der Stauferausstellung in Mannheim zu kritisieren hatte, war in Speyer wunderbar gelöst. Die Objekte waren alle schon ausgeleuchtet und gut zu erkennen, auch die Bücher und Urkunden. Alle Objekte waren beschriftet und diese Beschriftungen waren gut zu lesen.

Aber ich gehe ein bisschen durcheinander vor, deswegen ersteinmal etwas über den Aufbau. Zu Beginn wird man von Claus Kleber begrüßt, der über die Ereignisse um Heinrich V. berichtet (Heinrich hatte seinem Vater die Königswürde über das Reich genommen und später den Papst gefangen nehmen lassen, damit er zum Kaiser gekrönt werden konnte). Kleber spricht darüber, als würde er ein aktuelles Ereignis in den Nachrichten verlesen, das ist sehr schön. Als nächstes lernt man die einzelnen Kaiser und ihre Frauen kennen. Dann folgt noch etwas über Alltags- und Architekturgeschichte – insbesondere mit Blick auf den Speyerer Dom, dem höchsten Gebäude seiner Zeit – und über den Fund der Grablege der Salier im Dom. Dann ist die Ausstellung auch schon wieder zu Ende.

Kommen wir zu den Objekten. Zu sehen gibt’s viel und viel verschiedenes. Da wären die Grabkronen der salischen Könige und Kaiser, denn sie wollten als Könige vor Gott treten und dafür wurden ihnen Krönchen mit ins Grab gelegt. Braucht man halt, so als König. Dann gibt es viele Urkunden und Bücher, die teilweise aufgeschlagen wurden, sodass man die tollen Illustrationen sehen kann. Für die Abteilung Architektur hat man die Entwicklung des Doms zu Speyer als Video und kunstvolle, steingewordene Handwerkskunst, unter anderem aus dem berühmten Kloster Cluny (das wäre übrigens ein eigener Eintrag wert. Aber das werde ich bald schon vergessen habe und selbst wenn nicht, ich bin ja nicht so der Riesenmittelaltermensch – ich sollte mir einen Mittelalterschreiberling auf den Blog holen). Das Thema der mittelalterlichen Burg wird auch behandelt, gezeigt wird nicht nur eine schöne computergenerierte 360°-Ansicht einer Burg – man steht in der Mitte eines Raumes und ist umgeben von Fotowänden, von den ich zuerst dachte, dass es tatsächlich echte Fotos wären – sondern auch Handwerkszeug, mit dem man im Mittelalter nunmal so arbeitete. Eine Menge Münzen und kirchlicher Kultgegenstände gibt es zu sehen oder auch Waffen und Spielsteine, mit denen man die Zeit, bzw. seine Feinde totschlug. Nebenbei, zahlreiche andere Alltagsgegenstände, wie Keramik, Werkzeug und Kleidung (!) kann man auch noch bestaunen.

Insgesamt eine kurzweilige, schöne Ausstellung, die einen Besuch wert ist. Was jedoch sauer aufstößt, ist der Preis. 12€ (ermäßigt 10€) kostet der Spaß, doch es gibt ein großes „aber“: ABER. Man kann für das Geld nicht nur die Salierausstellung ansehen, sondern auch den ganzen Rest des Museums, einschließlich der ebenfalls nett gemachten Dauerausstellung zur Römerzeit und dem Domschatz (den Teil über die Neuzeit habe ich nicht gesehen, ist aber bestimmt auch nicht von schlechten Eltern).

Kann man sich also mal ansehen.

Die Ausstellung „Die Salier – Macht im Wandel“ läuft noch bis zum 30. Oktober 2011 im Historischen Museum der Pfalz am Domplatz, Speyer.

Mehr Infos gibt’s auf der Seite vom Museum.

Ein Buchtipp! Ein Buchtipp! Sonntag, Apr 24 2011 

– „Von Ratlosen und Löwenherzen“

Zur Abwechslung gibt’s mal einen Buchtipp. Vor ein paar Tagen habe ich mir ein nettes, kleines Buch gekauft, nämlich Von Ratlosen und Löwenherzen. Eine kurzweilige, aber nützliche Geschichte des englischen Mittelalters von Rebecca Gablé. Es geht um – Überraschung! – das englische Mittelalter.

Und es ist so schön geschrieben! In einem ironischen Stil wird das ganze englische Mittelalter, also die Zeit von 450 bis 1500 , abgearbeitet und das in einem Ton, dass ich mir bei vielen der ganzen immer wieder auftauchenden Anekdoten gedacht habe: „Verdammt, da geht dir ein Blogthema durch die Lappen!“

Wer bisher keine Ahnung von der Geschichte Englands hat, kann gerne zugreifen. Das Buch ist 2010 bei Bastei Lübbe erschienen (Jepp, das sind die mit den Groschenromanen) und kostet 9,99€.

Es lohnt sich.

Viel zu gucken und zu tun für wenig Geld Dienstag, Mrz 22 2011 

– Haus der Geschichte Stuttgart

Nachdem ich im November noch so sehr über das Technikmuseum in Sinsheim geschimpft habe, gibt’s nun ein Museum, wie man’s richtig macht. Das Haus der Geschichte in Stuttgart.

Dort wird die Geschichte Baden-Württembergs von 1790 bis heute behandelt und es ist einfach zum niederknien gut! Schon allein die Eingangshalle, ein Traum! Auf dem Boden ist eine riesige Karte Baden-Württembergs, eingezeichnet sind all die Territorien, die 1790 auf dem Gebiet des heuten Südweststaats existierten. Tritt man auf ein Gebiet, z.B. auf Baden, dann leuchten alle badischen Gebiete auf dem Boden auf. An der Wand wird dann übersichtlich alles das angezeigt, was zu Baden gehörte, wer das Land beherrschte und welchen Titel er hatte. Wenn man auf den Breisgau latscht, leuchten alle österreichischen Gebiete auf (und das sind eine ganze Menge) und man bekommt die Info, dass das dem Erzherzog von Österreich gehörte, der gleichzeitig Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war. Genauso werden auch kleinste Territorien, wie Rittergüter und Reichsstädte angezeigt. Bei Baden, Württemberg, Hohenzollern-Siegmaringen und Hohenzollern-Hechingen ist es sogar so, dass der Titel des Herrschers von der Wand weg zur Seite wandert auf eine große Freitreppe. Dort steigt der Name dann empor und erhält seine Standeserhöhung. Der Markgraf von Baden wird so zum Großherzog von Baden, der Herzog von Württemberg zum König.

Insgesamt bietet das Museum einen klaren, dicken, schon fast lächerlich einfach zu folgenden roten Faden und ein wunderbares Ausstelungskonzept. Kommt man in den Raum, der die Revolution 1848 behandelt, läuft man über wackelige Fliesen, die die schwankende alte Ordnung darstellt, über den Köpfen hängen Flugblätter aus der Zeit. Überall gibt es kleine Monitore mit Hebeln, an denen sich Entwicklungen zeigen lassen, zum Beispiel in welchem Jahr es wo welche Art von Aufruhr auf dem Gebiet Baden-Württembergs gab, was gewählt wurde und vieles mehr. Sogar Landtagsabgeordnete vieler einzelner (vermutlich fast aller) Städte sind aufgelistet! Eine wahre Schwemme von Informationen, allein in einem Themenraum müsste man Stunden verbringen, um wirklich alles gelesen und gesehen zu haben.

Zu sehen gibt’s die gesamte Geschichte des Ländles, auch und Nachkriegszeit Gegenwart sind sinnvoll eingebracht, letzterer Bereich sogar so, dass er noch locker in den nächsten Jahren erweitert werden kann. Im oberen Stockwerk kommt man dann in themenbezogene Räume, wie dem Schwarzwald (an den Bildschirmen lässt sich dann der Waldbestand im Land sehen), Stadtentwicklung und Glaube.

Sozialgeschichte, Wirtschafts- und Wissenschaftsgeschichte, Politikgeschichte, alles dabei. Die Ausstellungsstücke sind alle schön ausgewählt und vor allem schön zu erkennen. Lediglich die Räume, die die Weltkriege behandeln und der Raum, der bedeutende Produkte aus Baden-Württemberg zeigt, sind geradezu vollgestopft mit Exponaten. Leider waren viele Leihgaben wieder bei ihren Besitzern, einige Vitrinen waren also leer, was den Gesamteindruck allerdings nicht schmälert. Vom Haus der Geschichte können sich andere Museen (ich schaue dich an, Technikmuseum Sinsheim!) aber locker zwei bis drei Scheiben abschneiden.

Wer also mal in Stuttgart ist und ein paar Stunden Zeit hat – ab ins Haus der Geschichte!

Weitere Infos, Anfahrt und Preise (die unverschämt günstig sind, im Übrigen) gibt’s auf der Homepage: http://www.hdgbw.de/

Schätze, die es nie gab Dienstag, Mrz 15 2011 

– Die Suche der BILD nach einem Mayaschatz

Der ein oder andere wird es vielleicht belustigt oder verzweifelt mitbekommen haben – die BILD-Zeitung hatte vor kurzem eine Schatzsuche in Guatemala veranstaltet, weil ein pensionierter Realschullehrer Atlantis gefunden hatte. Ja, das klingt ziemlich doof.

Deswegen möchte ich auf den Bildblog verweisen, wo man einen Gastbeitrag Daniel Schleuseners findet, der einen Blog zu Mesoamerika betreibt. Ein Kollege quasi. Schleusener zerpflückt die Schatzsuchversuche der BILD und widerlegt gleich noch die krude Theorie des Realschullehrers, dass Wikinger Atlantis neu besiedelt hätten.

Teil 1 der Geschichte gibt’s auf dem Bildblog, Teil 2 auf Schleuseners eigenem Blog. Viel Spaß beim Lesen!

Wie BILD einmal keinen Schatz fand – Teil 1

Wie BILD einmal keinen Schatz fand – Teil 2

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