Die Sieben Weltwunder I Donnerstag, Mai 13 2010 

 – Der Pharos von Alexandria

Die Sieben Weltwunder. Jeder hat schon einmal von ihnen gehört, aber kaum einer bekommt alle sieben aufgezählt.

Fangen wir heute also mit dem berühmten Leuchtturm von Alexandria an. Dieser wurde bereits unter dem Pharao Ptolemaios I. geplant, aber erst unter seinem Nachfolger Ptolemaios II. gebaut. Die Bauzeit betrug etwa zwanzig Jahre; fertiggestellt wurde er spätestens 282 v. Chr, in diesem Jahr wird er zum ersten mal in einer schriftlichen Darstellung erwähnt, der Leuchtturm.

Manch einer wird sich fragen, warum ich das Ding in der zweiten Überschrift ‚Pharos‘ von Alexandria genannt habe und nicht Leuchtturm und was mir denn einfiele und überhaupt. Nun, der Leuchtturm wurde im Grunde nach der Insel nahe der Stadt Alexandria benannt, auf der er erbaut wurde: der Insel Pharos.

Was macht diesen Leuchtturm nun zu einem Weltwunder? Der Pharos von Alexandria war der größte seiner Zeit – und mit 145 bis 152 Metern (je nach dem, wie man quellenmäßig schaut) das drittgrößte Gebäude der Welt.

Der Pharos von Alexandria in einer Rekonstruktion

Bleibt nur noch zu klären, was aus dem Leuchtturm wurde. Im achten Jahrhundert nach Christus wurde der Pharos durch ein Erdbeben schwer beschädigt, aber wieder repariert. Endgültig zerstört wurde er im 14. Jahrhundert, wieder durch ein Erdbeben. Die Trümmer wurden im Meer liegengelassen. Knapp hundert Jahre später wurden die Reste des Turmes in einer Küstenfestung verbaut.

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Wie das Pergament zu seinem Namen kam Donnerstag, Mrz 25 2010 

– Der Wettstreit zweier Bibliotheken

In der Antike gab es zwei Städte, die für ihre Gelehrten berühmt waren. Die eine war Alexandria, eine Gründung Alexanders des Großen in Ägypten. Sie war von Anfang an als Metropole geplant worden und mauserte sich auch zur Hauptstadt des von den Ptolemäern regierten Ägypten. Alexandria als Macht- und Handelszentrum im östlichen Mittelmeerraum war für Gelehrte äußerst attraktiv; stand doch dort die damals wie heute weltberühmte Bibliothek. Gelehrte aus allen Teilen des Mittelmeerraumes zog es in die Stadt.

Viel weiter nördlich von Alexandria, an der Adria in Kleinasien, lag Pergamon. Auch diese Stadt war, ebenso wie Alexandria, berühmt für ihre Gelehrten und zog in ähnlichem Maße die Gelehrten des Mittelmeerraumes an. Und auch Pergamon unterhielt eine große Bibliothek.

Der Beschreibstoff des Mittelmeerraumes in der Antike schlechthin war Papyrus. Aus den Stängeln der Papyrusstaude wurden dünne Scheiben geschnitten, die aneinandergelegt, gepresst und getrocknet wurden und die Grundlage für allerlei Schriftgut darstellte. Die Papyruspflanze wuchs ausschließlich in Ägypten; das Reich am Nil besaß also ein Monopol auf die Herstellung und den Export von Papyrus.

Um die Konkurrenz aus Pergamon zu schwächen und um deren Bibliothek den Nachschub an Schriftgut abzuwürgen, entzogen die Ptolemäer Pergamon schlicht den Beschreibstoff – sie verboten den Export von Papyri nach Pergamon. Die kleinasiatische Stadt hatte daraufhin zwei Möglichkeiten: Stagnation hinsichtlich des Schriftguts oder eine Alternative finden.

Letztere fand man: indem man Tierhäute stramm spannte und hauchdünn schabte, schuf man in Pergamon einen zwar teureren, aber auch wesentlich robusteren Beschreibstoff. Diesen nannte man nach der Stadt seiner Herkunft Pergament.

Bis tief ins Mittelalter hinein blieb Pergament der Beschreibstoff schlechthin. Dann wurde das Pergament von einem anderen Beschreibstoff abgelöst, das nach dem alten Konkurrenzprodukt benannt wurde: Papier.