– Die Balkankriege

1912 sah’s in Südosteuropa nicht so aus, wie es heute in Südosteuropa aussieht, sondern anders. Etwa so:

Der Balkan vor dem Ersten Balkankrieg. Klicken zum Vergrößern

Nicht alles, was Griechisch sprach, war auf Teil des griechischen Staates, nicht alles, was Serbisch sprach, war Serbien, dito bei Bulgarien. Was taten also diese drei Staaten? Sie schlossen sich zusammen und forderten in einem Anflug von Nationalismus das Osmanische Reich heraus – Krieg!

Ein sehr erfolgreicher Krieg für die Balkanstaaten, denn die Osmanen wurden bis auf einen kleinen Zipfel 1913 komplett aus Europa vertrieben. Dann ging es um die Aufteilung des eroberten Gebietes. Alle bekamen ein großes Stück vom Kuchen und alle waren damit unzufrieden. Gerade auf die Region, in der alle drei Länder aufeinanderstießen, hatten die Mitglieder des Balkanbundes ihr Auge geworfen: Makedonien.

Der Balkan nach dem Krieg. Makedonien ist grob gesagt die Region, in der Bulgarien, Serbien und Griechenland aufeinandertreffen. Klicken zum Vergrößern.

Die Serben sagten, die Mazedonier sind Slawen, also gehören sie zu uns. Die Griechen sagten, Makedonien ist eine griechische Region mit Griechen, die bloß kein Griechisch sprechen. Die Bulgaren sagten, die Mazedonier sprechen Bulgarisch, also sind sie Bulgaren. Recht hatten alle ein bisschen.

Es kam also, wie es kommen musste. Alle Seiten waren sich nicht ganz grün und es kam schon wieder zum Krieg. Nur dieses Mal nicht gegen die Osmanen, sondern gegen den ehemaligen Verbündeten. Besonders Bulgarien überschätzte seine Möglichkeiten arg und musste nach diesem kurzen Zweiten Balkankrieg am Meisten einstecken. Auf den Friedensverhandlungen verlor Bulgarien weite Teile Makedoniens an Serbien und Griechenland und darüber hinaus auch noch an Rumänien. Und sogar die Osmanen bekamen einen Teil wieder zurück.

Der Balkan nach dem Zweiten Balkankrieg. Bulgarien verliert jede Menge Gebiete. Klicken zum Vergrößern.