Die letzte Invasion Sonntag, Mai 2 2010 

– Wie die Normannen Könige von England wurden

Das Jahr 1066 ist eine Zäsur in der englischen Geschichte: In diesem Jahr endete die sächsische Herrschaft über England und die der Normannen begann. Außerdem wurde die Insel seit 1066 nie wieder von außen gewaltsam erobert.

Wie kam’s zu der Invasion? Nun, der sächsische König Englands, Eduard der Bekenner, starb, ohne einen Thronerben zu hinterlassen. Drei Männer erhoben nun Anspruch auf den englischen Thron: Harold Godwinson, ein Adliger in England, der norwegische König Harald Hardrada und der Normanne Wilhelm, Herzog der Normandie.

Der oberste Rat Englands entschied diesen Streitfall und sprach die Krone Harold Godwinson zu. Harold wurde zum König gekrönt. Damit wäre die Geschichte eigentlich auch schon erzählt, doch Harald und Wilhelm erhielten ihren Anspruch auf die Krone aufrecht – und wollten sie sich mit Gewalt holen.

Beinahe gleichzeitig rüsteten die Normannen und Norweger zum Krieg. Harold wusste von der drohenden Gefahr und machte seinerseits seine Armee marschbereit. Er stand jedoch vor einem Dilemma. Die Norweger würden im Norden Englands landen, die Normannen im Süden. Zu warten, bis eine der Armeen London erreichen würde, wäre dumm und die Armee war zu klein, als dass man sie hätte teilen können.

Als Harold hörte, dass Harald im Norden gelandet war, machte er sich mit seiner Armee auf, um den Norwegerkönig zu stellen. In der Schlacht von Stamford Bridge besiegte Harold die Norweger, König Harald fiel in der Schlacht.

Nun landete Herzog Wilhelm im Süden Englands mit seiner Armee. Harold zog in einem Gewaltmarsch gen Süden, um den Normannenherzog zu stellen. Bei Hastings kam es zur Schlacht zwischen den frischen, ausgeruhten normannischen Truppen und den durch die Schlacht und den Marsch ausgezehrten Truppen Harolds. Harold fiel in der Schlacht, seine Armee wurde besiegt und der Weg nach London war frei für Wilhelm, der den Beinamen ‚der Eroberer‘ erhielt. Am 25. Dezember 1066 wurde Wilhelm der Eroberer zum König von England gekrönt. 

England 1087

Die von Wilhelm dem Eroberer im Jahre 1087 beherrschten Gebiete in England und Frankreich. Außerdem zu bewundern: Die Marschroute Harolds von Nord nach Süd und Wilhelms Märsche.

Gleichzeitig war Wilhelm noch immer Herzog der Normandie, also formell dem französischen König untertan. Daraus sollte sich später noch eine interessante Konstellation ergeben, an der man zeigen kann, dass der Lehnsherr nicht unbedingt der dominante Teil eines Lehnsverhältnisses sein muss, aber das wäre Stoff für einen eigenen Eintrag.

Ein Teppich als Film Dienstag, Apr 27 2010 

– Animation des Teppichs von Bayeux

Das Video hier habe ich gerade auf einem anderen Blog entdeckt. In der Beschreibung zum Video auf dem Blog eines – offensichtlich – Kollegen findet sich folgender Nebensatz (Germanisten mögen sich bitte zurückhalten, sollte das kein Nebensatz sein):

[…] der die Eroberung Englands durch den Normanen [sic!] König Edward zeigt.

Davon stimmt eigentlich nur die Aussage, dass England von Normannen erobert wurde. Ja, ich bin da kleinlich.

Erstmal, der Normannenkönig war ein Herzog und Edward war der Name des verstorbenen englischen Königs, weswegen die Normannen England überhaupt eroberten. Der Herzog war Wilhelm der Eroberer.

Das ist mir auch deshalb sauer aufgestoßen, weil der Blogger am Ende seines Eintrages auf den Wikipediaartikel verlinkt – in dem es ja richtig steht.

Wie dem auch sei, hier das durchaus empfehlenswerte kleine Video: